Bischof Wilmer und das Judentum
Der künftige Bischof von Münster, Dr. Heiner Wilmer, engagiert sich intensiv für den jüdisch-christlichen Dialog und den Kampf gegen Antisemitismus. Als er sich am 26. März 2026 im Paulusdom Münster erstmals vorstellte, blickte er auch auf sein bisheriges Wirken als Bischof von Hildesheim zurück – wobei er ausdrücklich seine guten Beziehungen zu den Vertretern der jüdischen Gemeinschaft erwähnte. Schon als Neupriester trug Wilmer am Tag seiner Primiz eine Stola, in die das hebräische Tetragramm „JHWH“ (der jüdische Gottesname) hineingestickt ist. Später, als Generaloberer des Ordens der Herz-Jesu-Priester in Rom, war es für Heiner Wilmer eine besondere Herausforderung, die Aufarbeitung der antisemitischen Seiten von Pater Leo Dehon (1843-1925) voranzutreiben. Dehon, der Gründer der Gemeinschaft, sollte 2005 seliggesprochen werden, doch Papst Benedikt XVI. stornierte im letzten Moment den schon angesetzten Termin, da judenfeindliche Äußerungen in frühen Schriften Dehons bekannt wurden. Wilmer zog Historiker hinzu und machte ihnen das Archiv des Ordens zugänglich. Im Jahre 2018 verfasste Wilmer das Buch „Hunger nach Freiheit“, in dem er sich dem alttestamentlichen Mose annähert und aus dessen Persönlichkeit „Lektionen zum Aufbrechen“ für heutige Menschen würdigt. (Seit 2022 trägt das Buch den Titel „Mose. Wüstenlektionen zum Aufbrechen“.) In einem weiteren Buch mit dem Titel „Herzschlag: Etty Hillesum – Eine Begegnung“ schrieb Heiner Wilmer 2024 einen fiktiven Dialog mit der jüdischen Denkerin Etty Hillesum.





